Sonntag, 07.04.2013
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| Von Fort Myers Beach nach Key Largo |
Leider müssen wir diesen schönen Strand und das tolle Hotel jetzt verlassen. Heute geht es nach Key Largo und die Tour ist mit 340km angegeben.
Wir fahren zuerst Richtung Naples. Danach auf den Tamiami Trail. Man muss mit Licht fahren und sollte vorher genug tanken. Wir fahren in den Big Cypress National Preserve Park, der direkt an den Everglades National Park anschließt. Hier leben noch Florida Panther und Schwarzbären. Die Schilder entlang des Highway weisen darauf hin: "Next 11 miles bear habitat" oder "Panther Crossing next 4 miles". Gesehen haben wir sie natürlich nicht.
Unterwegs wollen wir noch eine Sumpftour in den Everglades machen. In New Orleans hat es ja leider nicht geklappt. Auf der Höhe von Everglades City (nicht zu viel erwarten, 500 Einwohner) buchen wir eine Airboot Tour bei den
Everglades Private Airboat Tours. Die Propellerboote sind schön klein (maximal 10 Passagiere, auf unserem Boot sind wir aber nur zu sechs und Steffen und ich haben die vordere Sitzbank für uns alleine) und wir brausen mit ziemlicher Geschwindigkeit eine Stunde zum Preis von $87 mit Captain Conrad (der eigentlich Klimananlagenmonteur ist und den Job erst seit 4 Monaten macht, was man aber nicht vermutet wenn man ihn sieht) durch die Mangrovenwälder und Sümpfe. Die Tour ist toll, aber ich würde hier im Leben nicht wieder alleine herausfinden. Doch Captain Conrad wurde gut eingearbeitet und hat auch Handy und GPS dabei. Wir sehen Vögel und Alligatoren und viele, viele Mangroven (weiße, rote und schwarze). Der Captain erzählt viel über das Ökosystem hier und wie es durch die Menschen beeinflußt wird.
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| Auf solch einem Boot werden wir durch die Everglades gefahren |
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| Viele viele Mangroven |
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| ... und natürlich dürfen die Alligatoren nicht fehlen! |
Wieder zurück dürfen wir im Ticketladen einen Baby Alligator streicheln und auf den Arm nehmen. Diese Tiere haben erstaunlich weiche und samtige Bäuche. Leider lese ich später, dass die Babyalligatoren, wenn sie ein bißchen gewachsen sind, auf einer Alligatorenfarm landen wo sie als Steak, Handtasche und Gebiß für den Souvenier Shop enden.
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| Steffen mit Alligator auf dem Arm |
Zurück auf den Tamiami Trail. Hier ist nicht viel los und wir fahren durch. Gelegentlich sieht man Indianer Siedlungen, aber sie sind eingezäunt, oft mit Sichtschutz versehen und wirken nicht, als wenn sie sich über Besuch von Touristen freuen. Wir sehen noch mehrere Anbieter von Airboattouren, doch je näher wir Miami kommen, desto größer werden die Boote und auch die Preise steigen. Wir haben uns richtig entschieden.
Wir verlassen den Trail und fahren Richtung Homestead. Unterwegs sehen wir viele Baum- bzw. Palmen-Schulen und Obstplantagen. Aber die Gegend sieht schon etwas mitgenommen aus. In Homestead angekommen möchten wir noch tanken, bevor wir auf die Keys fahren. Hier sieht es auch nicht sehr einladend aus und wir sind froh, als wir die Tankstelle wieder verlassen können. An einem netten Restaurant sind wir bisher auch nicht vorbeigekommen und ich habe inzwischen mein restliches Caramel Popkorn aufgefuttert.
In mehreren amerikanischen Reiseführern habe ich eine Empfehlung für das
Alabama Jack´s in Card Sound gelesen. Eine urige Biker Bar mit Livemusik, Line Dancers, Einheimischen und Touristen auf dem Weg nach Key Largo und spektakulärem Blick über die Mangroven. Auch das Essen wurde hoch gelobt.
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| Vor Alabama Jack's... |
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| ... und "drinnen". |
Da wir eine mautfreie Route gewählt haben, müssen jetzt noch einen ziemlichen Abstecher fahren und trotzdem noch zwei mal $1 Toll bezahlen um zum Alabama Jack´s und zurück zu kommen, da der Laden direkt hinter dem Mauthäuschen liegt. Wir kommen gegen 16.00 Uhr an. Der Laden ist tatsächlich urig, es gibt Livemusik und es wird getanzt, auch Line Dance im klassischen Outfit. Auch eine sicher 70-jährige Dame ist dabei, die sich keck die Dollarnoten in ihr Strumpfband steckt. Die Biker gibt es auch, allerdings die harmlose Wochenendvariante. Das ganze Restaurantbetrieb findet draußen statt in einer Art überdachten Bretterbude. Das Essen besteht aus den üblichen Verdächtigen (was täte dieses Land nur ohne Friteuse?) und ist nicht der Rede wert. Nur meinen Cole Slaw Salat muss ich hier lobend erwähnen. Auf den Tischen liegen Küchenrollen, damit man sich hinterher die Finger abwischen kann. Alles wird in Einweg-Verpackungen serviert, sogar der Wein. Den kann man hier fertig eingeschweißt im Einwegglas kaufen. Nach dem Abräumen läuft der Kellner nur schnell an der großen Mülltonne vorbei und schwups, einmal das Tablett leicht angewinkelt und der "Abwasch" ist erledigt.
Wir setzen unsere Fahrt nach Key Largo fort. Unser Hotel ist das
Marina Del Mar Resort in Key Largo am Rande des bekannten John Pennekamp Coral Reef State Park gelegen, dem ältesten Unterwasserpark der USA. Restaurants und Geschäfte sind nur wenige Minuten entfernt. 76 Zimmer, beheizter Pool mit Bar, Whirlpool, 2 beleuchtete Tennisplätze, Marina, Restaurant, Lounge, Live Entertainment (saisonal), Bootsverleih. Es besteht die Möglichkeit zum Segeln, Schnorcheln und Tauchen.
Das hört sich toll an, ist es auch. Die Zimmer sind zwar total runtergekommen (nicht die Schranktüren öffnen, es sind tragende Elemente) aber die Lage ist super. Wir können abends vor unserem Zimmer sitzen und auf die Marina sehen. Außerdem liegt hier die original African Queen gleich um die Ecke und man kann sie für Bootstouren mieten (Filmfans erinnern sich: African Queen, ein Film Klassiker mit Humphrey Bogart und Katharine Hepburn).
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| Die African Queen |
Das Marina Del Mar ist auch das einzige Hotel das ich kenne, daß einen Hotelprospekt hat, auf dem das Hotel nur einmal und zwar auch nur ganz klein im Hintergrund abgebildet ist. Sonst nur Boote, Taucher, Fische und ja genau, was sonst: Marina!
Nach dem Einchecken sind wir noch ein bißchen in Key Largo rumgekurvt, haben ein Ben & Jerrys Eis gegessen und in der "
Glass Bottom Bar" einen Absacker getrunken und die Fische durch den Glasboden beobachtet. Wieder im Hotel sitzen wir noch eine Weile draußen und legen uns dann vorsichtig in unsere Betten.